Friday, Templeday !

Hallo ihr Lieben,

wie jede andere Religion, haben wir Hindus auch einen heiligen Tag, den Freitag ! Jeden Freitag wird vegetarisch gegessen, manche essen auch vegan und nachmittags geht man in den Tempel. Jeden Freitag wird im Tempel unter anderen Göttern, speziell für den Gott Ganesha Puja gemacht. „Puja“ (Verehrung) ist ein traditionelles Ritual, dass im Hinduismus zum Alltag dazugehört. Streng religiöse Familien (meine Familie gehört auch dazu) führen jeden Tag, dieses Ritual „Puja“ durch.

Tempel

Das ist ein kleiner Ausschnitt aus dem Tempel Sri Sithivinayagar Nürnberg, den wir freitags und an anderen festlichen Tagen besuchen. In der Mitte sitzt der Ganesha verziert. Um den Ganesha herum sitzen die anderen Götter und Göttinnen.

Bei uns zu Hause sieht es etwas anders aus:

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Auf dem Diashow oben könnt ihr unser Gebetszimmer und 3 Arten von Pulvern sehen. Das weiße Pulver wird „Vibhuti“ genannt und jeden Tag beim Beten auf die Stirn getragen. Es gibt 4 verschiedene Methoden um das Vibhuti herzustellen. Dieses „Vibhuti“ ist eine Asche des Opferfeuers, mit dem Hintergedanke, dass jeder Mensch den Tod begegnen und zu Asche verbrannt wird. Denn Hindus werden nicht begraben, sondern verbannt. Durch das Tragen der Asche, soll unser Körper rein und positiv werden, so wie der Gott Shiva. Die Anhänger des Shivas tragen das Vibhuti als 3 Streifen auf die Stirn (so wie Shiva) und an anderen Körperstellen, wie die Arme zum Beispiel. Außerdem wird Vibhuti auch zum Heilen vieler Krankheiten verwendet.

Nun zu den 4 Methoden:

  1. Asche des Opferfeuers
  2. Mit Lotusblüten aus der Kuhmist (von einer schwangeren Kuh), dass noch nicht auf den Boden gefallen ist, kleine Kugeln bilden und diese dann mit dem Ritualfeuer verbrennen. (Während der Verbrennung werden von den Priestern durch Mantras der Asche Kräfte zugesprochen)
  3. Mit aus dem Wald gewonnenen Kuhdung wird Asche hergestellt. / Aus dem Kuhstall gewonnener Kuhmist wird mit dem Waldfeuer verbrannt und anschließend nochmal mit dem Ritualfeuer verbrannt.
  4. Von allen bereits gesammeltes Kuhmist wird mit Zweigen verbrannt.

Obwohl es aus Kuhmist hergestellt wird, riecht es gar nicht streng. Ich mag eher den Geruch 🙂

Wer kein Kerzenhalter für den Täglichen Ritual hat, kann ein Behälter mit Griff ( auf dem Bild ist es neben dem Behälter mit dem weißen Pulver) nehmen, etwas Vibhuti reingeben ein Kampferwürfel anzünden und in den Behälter reingeben.

Ihr habt bestimmt schon mal Frauen mit einem roten Punkt auf der Stirn gesehen und euch gewundert, was dieser Punkt bedeuten mag. Also mir und meiner Mutter ist es schon sehr oft passiert, dass wir danach gefragt wurden. Der rote Punkt zeigt, dass die Frau, die den Punkt trägt, verheiratet ist. Auf der Hochzeit trägt zum erstem Mal der Bräutigam den roten Punkt der Braut auf die Stirn auf. Dies soll das Paar für immer und ewig verbinden. Nach der Hochzeit trägt die Frau jeden Tag nach dem Gesicht waschen selbst den roten Punkt auf ihre Stirn auf. Dieser Pulver heißt „Kunkumam“ und wird zwischen den Augenbrauen und auf dem Haaransatz getragen. Im Tempel wird Kunkumam zur Verehrung der Göttinnen Saraswathi, Lakshmi und Durga getragen. Diese 3 Göttinnen werden von den Frauen und Männern verehrt im Bezug auf die Kraft, Bildung und Reichtum im Leben.

Das gelbe Pulver heißt Kurkuma und steht für die Sonne. Im Tempel werden mit Vibhuti, Kunkumam auch das Kurkuma aufgetragen. Kurkuma wird auch in Ayurvedham verwendet, weil es den Körper reinigt und ihm Energie spendet. Deshalb wird Kurkuma als Medizin für Heilungen benutzt. Kurkuma wird Mädchen, ab dem Zeitpunkt ihrer ersten Menstruation im Gesicht und auf den Körper eingerieben. Dies soll den Blutkreislauf und die Muskeln stärken. Außerdem soll es gegen Behaarung und Pickeln helfen.

Wenn ihr gerne mein Saree von dem Tag sehen wollt, klickt hier.

Wie sieht es in eurer Kultur bzw. Religion aus? Betet ihr täglich? Schreibt mir in die Kommentare, mich würde das sehr interessieren.

Kirthiga K.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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3 Kommentare Gib deinen ab

  1. rocy sagt:

    Hey, Ich finde es sehr cool das du betest und weißt was bestimmte Sachen sowie Rituale bedeuten. Ich war mal religiös und habe jeden Tag gebetet. Heute sieht es anders aus, klar ich geh auch mal zum Temple und bete dort aber jeden Tag beten tue ich nicht. Ich bin eher zwei gespaltet was das angeht meine Mama ist total religiös und mein Vater eher nicht und ich hänge da so in der Mitte. Aber im Endeffekt lebt jeder für sich.

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    1. ceyloneye sagt:

      Hey Nerocy, ich finde was das Glauben betrifft, sollte man niemanden zu etwas zwingen. Jeder sollte die Freiheit haben, selber zu entscheiden, ob er beten will oder nicht. Hauptsache der Glaube ist im Herzen 🙂

      Gefällt 1 Person

      1. rocy sagt:

        Ja aufjedenfall ! Seh ich auch so 🙂

        Gefällt 1 Person

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